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Yucca x karlsruhensis

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Dasylirion, Nolina und Yucca

Yucca 'Garland's Gold'Die Heimat der Dasylirien soll in trockeneren Gebieten liegen als die der Nolinas. Daraus erklärt sich auch die höhere Empfindlichkeit gegenüber winterlicher Feuchtigkeit. Meine ersten beiden Exemplare von Dasylirion wheeleri gingen trotz Regenschutz ein – nur aufgrund etwas eingewehten Schnees. Die Wurzeln sind weniger empfindlich, denn Herzfäule führte zu den Ausfällen. Dennoch wurden ab Frühjahr 2006 weitere Dasylirien ausgepflanzt.

Mit der Gattung Nolina habe ich sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. So ging ein Nolina nelsonii bereits im ersten Winter ein, fehlende Frosthärte halte ich aber nicht für den Grund. Seit Jahren ausgepflanzt habe ich Nolina greenei, welche ohne jeglichen Schutz problemlos durch den Winter kommt. Seit Herbst 2008 steht aber auch diese Pflanze aufgrund einer einfacheren Dachkonstruktion unter dem Regenschutz. Nun verbringt nur noch Nolina microcarpa [Guadelupe Mts.] die Winter ungeschützt.

Yuccas entwickeln sich mehr und mehr zu meinen Lieblingspflanzen. Anfangs, nach dem strengen Winter 2005/2006 noch einen Rückschlag aufgrund falscher Pflanzenauswahl erlitten, überzeugen sie mich durch ihre vielen Qualitäten immer mehr. Sollten doch einmal Schäden auftreten, regenerieren sich viele Palmlilien - wie sie passender Weise auch genannt werden - sehr schnell wieder.

Relativ häufig gibt es im Internet auf diversen Marktplätzen, große stammbildende Yuccas, die ohne Wurzeln angeboten werden. Diese Pflanzen sind zwar relativ günstig – das Risiko des Anwachsens trägt man dafür selber. Yucca rostrata, Yucca thompsoniana und Yucca linearifolia sollen hierbei die am einfachsten zu bewurzelnden Arten sein. Ich selbst erwarb auch schon solche Pflanzen, welche nicht immer alle anwuchsen. Bis diese Pflanzen aber eingewachsen sind, trocken immer wieder Blätter zurück und man sollte sie nicht zu früh aufgeben.Yucca rostrata
Um wieder eine üppige, schöne Krone auszubilden benötigen unbewurzelte Yuccas etwa 2 Jahre. Wer schnell schöne Pflanzen im Garten oder Kübel halten will, sollte auf voll bewurzelte Exemplare zurückgreifen. Üblicher Weise sind bewurzelte Pflanzen oft mit einem stark torfhaltigen Substrat getopft. Dieses Substrat empfehle ich so gut es geht zu entfernen, da es sonst zu Fäulnis führen kann. Leider sind Yuccawurzeln sehr brüchig, doch ist dieses Substrat für eine dauerhafte Kultur im Freiland ungeeignet. Ich habe so auch schon Faulstellen an der Basis gefunden, die ich nun ausschneiden und versorgen konnte! Kleiner Tipp: am besten entfernt man das torfige Substrat im feuchten Zustand mit Druckluft.
Obwohl ich persönlich keine guten Erfahrungen mit als “bewurzelt” angebotenen Pflanzen machen konnte, gibt es im Bekanntenkreis auch andere, positive Berichte. Wichtig erscheint jedenfalls, das Angebot genauestens zu prüfen und ein vernässen des Topfballens auf Dauer zu verhindern.

Große, stammbildende Yuccas werden vermutlich zum Großteil in der freien Natur gerodet, auch wenn sie im Ursprungsland auf Feldern wieder bewurzelt wurden und dann plötzlich als Kulturpflanzen gelten. Das Selbe wird schon lange mit Schneeglöckchen in der Türkei praktiziert. Deshalb sollten solche Pflanzen dementsprechend bedacht eingesetzt und am Besten auch mit einem Winterschutz versehen werden! Für die Gestaltung eines Xerophytengartens sind sie aber nahezu unverzichtbar, außer man hat sehr viel Geduld. Zum Glück gibt es mittlerweile in Südeuropa Gärtnereien, die bereits aus Samen gezogene Solitärpflanzen anbieten. Aber auch in Österreich und Deutschland gibt es nicht wenige Betriebe und Privatpersonen, welche Yuccas und andere Xerophyten vermehren. Häufig erhält man gerade hier ganz spezielle Arten und Herkünfte. Auch ich selbst beschäftige mich seit einiger Zeit mit der Vermehrung dieser viel zu wenig in den Gärten verwendeten Pflanzengruppe und kann nun schon einige Arten anbieten.

Besonders erwähnenswert sind die buntlaubigen Formen von Yucca filamentosa und Yucca flaccida. Diese bringen das ganze Jahr Farbe in die Anpflanzung und sind absolut hart, auch in normaler Gartenerde. Auch von Yucca gloriosa und Yucca recurvifolia stehen mittlerweile einige buntblättrige Sorten zur Auswahl, werden aber immer noch recht selten angeboten. In naher Zukunft schon sollen einige neue buntblättrige Formen in den Handel eingeführt werden! Eine Vielzahl von Sorten ist leider weiterhin nur auf dem amerikanischen Markt erhältlich und für Europäer nur sehr schwierig zu beziehen. Leider ist es nicht möglich, durch gezielte Kreuzung panaschierte Pflanzen zu züchten. Vielmehr entstehen aus jenen Sorten, welche die Aufhellungen am Blattrand (z.B. 'Bright Edge') besitzen grundsätzlich nur grüne Sämlinge, wohingegen bei Sorten mit mittlerer Panaschierung (z.B. ‘Golden Sword’, Colour Guard’, ‘Garland’s Gold’) nahezu nur chlorophyllose Sämlinge entstehen. Meine eigenen Versuche mit Yucca flaccida ‘Golden Sword’ brachten durchaus die eine oder andere lebensfähige Pflanzen hervor.
Aufgrund einiger Diskussionen in diversen Foren habe ich hierzu einige Überlegungen angestellt: Albinos

Yucca-Hybriden: Zu guter Letzt möchte ich über meine eigenen Kreuzungsversuche sprechen. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts begann Carl Judwig Sprenger mit der Hybridisation von Palmlilien. Leider sind nahezu alle damaligen Sorten verloren gegangen, doch könnten auch viele der namenlosen Pflanzen in den Gärten und Parks Europas auf seine Arbeit zurück gehen. In dieser Epoche entstand auch die bekannte und begehrte Yucca x karlsruhensis von Leopold Graebner.Yucca Frucht
Seit 2010 beschäftige ich mich selbst aktiv mit dem Kreuzungen verschiedener Yucca - Arten und Sorten, sowie der Artreinen Vermehrung durch Selbstung unserer Pflanzen. Ziel ist es, absolut Freiland taugliche Gartenformen hervorzubringen, welche in jedem halbwegs durchlässigen Gartenboden kultiviert werden können. Darum versuche ich herkömmliche Gartenformen mit selteneren Arten des amerikanischen Westens zu kreuzen. Eine Liste meiner erfolgreichen Kreuzungsversuche finden Sie hier. Von einigen können Samen bezogen werden, hierzu möchte ich auf unsere Samenliste, sowie auf unsere, alljährlich im zeitigen Frühjahr erscheinende Jungplanzenliste verweisen. Daraus haben sich bereits einige herausragende Pflanzen entwickelt, welche auch an Interessierte abgegeben werden. Beachten Sie hierzu bitte unsere Pflanzenliste. Im Herbst 2012 wurden die ersten eigenen Hybriden ausgepflanzt und müssen sich nun schutzlos der Witterung ausgesetzt behaupten. Ein neues Fotoalbum mit den ersten Bildern diverser Hybriden ist nun auch online. Das Album soll nach und nach auch mit Bilder weiterer Kreuzungen ergänzt werden. In Mitteleuropa beschäftigen sich in jüngerer Zeit auch noch einige Andere mit der Hybridisierung von Yuccas, sodass in den letzten Jahren enorm viele neue Formen in den Sammlungen auftauchen. 

Hesperaloe parvifloraIn dieser Pflanzengruppe gehört auch noch Hesperaloe parviflora, die so genannte „Red Yucca“ erwähnt. Diese steht ebenfalls ohne Regenschutz und hatte bei mir noch nie Winterschäden. Jungpflanzen sollen bei ungünstiger Witterung schon mal zurück frieren, aber verlässlich aus dem Wurzelstock wieder regenerieren. Die Blütezeit erstreckte sich 2007 mit nur einem Blütentrieb von Anfang August bis zum Wintereinbruch am 11. November und hätte beim Ausbleiben von Frost sicher noch länger angedauert! Meiner Meinung nach eine Pflanzenart, die in keiner trocken – sonnigen Pflanzung fehlen darf!


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Hier finden Sie unser altes Fotoalbum “Yucca”

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