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Yucca x karlsruhensis

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Winterharte und frostharte Agaven

Grundsätzlich habe ich bisher nicht versucht, Agaven ohne Regenschutz zu kultivieren und möchte deshalb auch keine einzige Art als winterhart in meinem Klima hier bezeichnen. Einzig die nur in Kultur bekannte Agave megalacantha, vielleicht auch noch Agave neomexicana und Agave parryi von besonders kalten und feuchten Standorten, sind einen Versuch wert. Sollten mir in Zukunft ausreichend Pflanzen zur Verfügung stehen, werde ich diesbezüglich Tests unternehmen.

Die meisten meiner Agaven wurden erst im Frühjahr 2006 ausgepflanzt, so dass ich nun schon ein wenig über die Winterhärte berichten kann.

Agave utahensis [Peach Springs]Agave neomexicanaDen Winter 05/06 draußen verbracht haben bereits kleine Pflanzen von A. parryi, A. havardiana, A utahensis und eine nur etwas größere A. victoriae-reginae. Trotz des eingewehten Schnees haben diese alle überlebt. Eingegangen hingegen sind damals A. lechugilla, A. parry var. huacuensis (1 von 2 Jungpflanzen), A. filifera und A. striata.

Seither sind viele weitere Arten und Formen hinzugekommen. Grundsätzlich kann man sagen, dass einige Agaven auch mäßigen Dauerfrost nur schlecht vertragen. Blattschäden sind daraufhin die Folge, was sich aber im Laufe des Jahres wieder regeneriert.Agave neomexicana Blütenstand In Verbindung mit Feuchtigkeit kann das aber zu Ausfällen führen. So hatte ich an einer A. palmeri [Ruby, Az] im Frühjahr 2008 Herzfäule, obwohl die Pflanze äußerlich unbeschadet wirkte.

Auch die lange Dauerfrostperiode nach Weihnachten 2008 mit einem Tmin. von -13,7°C hat erhebliche Schäden an Agave scabra und A. palmeri verursacht. Die Hauptpflanze ging jeweils ein, doch Ableger überlebten. An A. chrysantha, und A. schottii sind unschöne Blattschäden entstanden, selbst A. havardiana hat leichte Frostflecken an den nicht ganz ausgereiften Blättern davongetragen. A. scabra hatte schon im Jahr zuvor nach zweiwöchigem Dauerfrost mit einem Tmin. von -7°C starke Schäden, allerdings war diese Periode auch sehr feucht.

Agave neomexicana BlütenEine im Frühjahr 2006 gekaufte A. neomexicana mit 60 cm Durchmesser blühte leider bereits im ersten Jahr und konnte nicht einmal mehr Kindel bilden. Zugegeben, es war ein großartiges Schauspiel: der Blütenstand maß vom Boden bis zur Spitzte 3,85 Meter. Die gelben, rot angehauchten Blüten waren vor allem bei Wespen und Bienen besonders beliebt. Ein Gewittersturm hat sie leider gefällt noch ehe sie ganz abgeblüht war.

Manfreda variegataEs ist ein eigenartiges Gefühl mit anzusehen wie eine Agave zu blühen beginnt – mit dem Gedanken im Hinterkopf dass sie danach sterben wird.

Auch Manfreda will ich hier nennen. Obwohl diese Gattung nun häufig wieder zu Agave gestellt wird möchte ich den Namen beibehalten. Eine sehr nahe Verwandtschaft mit Agaven ist nicht zu leugnen, da zumindest in Kultur immer mehr Hybriden entstehen. Diese “Mangaven“ kenne ich bisher nur aus Kreuzungen frostempfindlicher Arten. Früher oder später werden aber auch frostharte Kreuzungen auftauchen und ich male mir schon jetzt eine rot gefleckte, graublaue “Mangave neomaculata“ aus. Das wäre doch was!
 

Hier finden Sie unser Fotoalbum “Agaven”

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